Die Katla-Eishöhle fotografieren

Die Bilder auf den Buchungsseiten sind nicht an einem grauen Nachmittag mit einem Dutzend Helmen hinter dir entstanden. Die echte Höhle ist dunkler und nasser, und andere Leute sind auch drin. Dazu ist deine Zeit drinnen kurz. Mit ein bisschen Planung bringst du trotzdem gute Bilder mit nach Hause, sogar mit dem Handy. Unten geht es zuerst um Einstellungen und Objektive, dann um die Gewohnheiten, die helfen, auch darum, wann du dein Handy dem Guide gibst.

Dunkler als die Fotos im Angebot

Stell dich auf das Licht ein, das du vorfindest, nicht auf den Prospekt. Im Angebot von Gravel Travel steht, dass die Fotos nicht in Echtzeit entstanden sind und dass sich Höhlen verändern, und das gilt für jeden Anbieter. Sieh jedes Angebotsfoto als Beispiel dafür, wie das Eis an einem guten Tag aussehen kann. Drinnen ist die Höhle dämmrig, die Wände tropfen, und die Farbe hängt vom Licht draußen und vom Zustand des Eises in dieser Woche ab. Wenn du noch einen Gletscher wählst, erklärt Katla oder Vatnajökull, warum das Eis an der Katla mit Asche gestreift ist statt klar blau.

Handy oder Kamera

Ein aktuelles Handy kommt mit der Höhle gut zurecht. Der Nachtmodus legt mehrere Aufnahmen zu einem helleren Bild übereinander, und ein Handy verschwindet in der Tasche, wenn du beide Hände fürs Eis brauchst. Eine Kamera mit größerem Sensor liefert bei wenig Licht sauberere Bilder, aber du trägst sie mit Steigeisen einen Gletscher hinauf und in eine nasse Höhle hinein und wieder heraus. Ein kleines Gehäuse mit einem Objektiv ist besser als eine volle Fototasche.

Was du auch mitnimmst, setz das weitwinkligste Objektiv auf, das du hast. Die Höhle ist oft klein, und die Gruppe steht eng beieinander, nur mit einem weiten Bildwinkel bekommst du also Decke und beide Wände in ein Bild. Am Handy heißt das Ultraweitwinkel, mit dem du auch näher am Eis stehen kannst, ohne es abzuschneiden.

Einstellungen für wenig Licht

  • ISO hochdrehen. An der Kamera fängst du bei etwa ISO 1600 bis 3200 an und nimmst etwas Rauschen in Kauf. Ein scharfes, verrauschtes Bild ist besser als ein sauberes, verwackeltes;
  • Die Verschlusszeit kurz genug halten. Mit Weitwinkel ist etwa 1/30 Sekunde aus der Hand meist sicher. Drück die Ellbogen an die Brust und atme beim Auslösen aus;
  • Die Blende öffnen. Nimm die größte Öffnung, die dein Objektiv hergibt;
  • Aufs Eis belichten. Ein heller Eingang verleitet den Belichtungsmesser dazu, alles andere abzudunkeln, oder das Eis frisst aus. Stell an der Kamera eine leichte Minuskorrektur ein; am Handy tippst du aufs Eis und ziehst den Helligkeitsregler etwas nach unten;
  • Wenn möglich in RAW fotografieren. Höhlenlicht zieht jede Farbe ins Blaue, und mit einer RAW-Datei korrigierst du den Weißabgleich zu Hause.

Lass das Stativ im Hotel. In einer Gruppe ist kein Platz, um eins aufzubauen, und niemand wartet, bis du fertig bist. Freihandaufnahmen mit hoher ISO funktionieren hier besser als jede Langzeitbelichtung.

Stirnlampen und das Licht des Guides

Katlatrack verteilt Stirnlampen zusammen mit Helmen und Steigeisen, und auf jeder Tour hat der Guide eine Lampe dabei. Eine Stirnlampe, die direkt aufs Eis zeigt, lässt es flach wirken, schalte deine also für Fotos aus oder dreh den Kopf weg und lass das Licht vom Eingang die Arbeit machen. Wenn die Lampe des Guides von hinten durch eine dünne Wand scheint, hebt sich das Blau vom Grau ab. Schalte den Blitz aus, denn er wird vom nassen Eis zurückgeworfen und macht aus jedem Tropfen einen weißen Fleck.

Stirnlampen und Platz für saubere Bilder

Bei Katlatrack gehört zu Helm und Steigeisen eine Stirnlampe, und laut Gästen gaben die Guides allen Zeit für Fotos ohne andere Leute im Bild, ab ~195 €. Die Tour startet mehrmals am Tag in der Austurvegur 16, mit Gruppen von bis zu 24 Personen.

Kalte Objektive und tropfendes Eis

In der Höhle hat es um den Gefrierpunkt, und es tropft, während draußen der Wind über den Sand fegt. Der Wechsel zwischen dem geheizten Jeep und der feuchten Höhle lässt Objektive beschlagen, und der Wind auf dem Gletscher hilft auch nicht. Gib der Kamera ein paar Minuten, sich anzupassen, bevor du das erste Bild machst, und pack sie in eine Tüte, bevor du wieder in den warmen Jeep steigst, damit sich die Feuchtigkeit auf der Tüte niederschlägt und nicht auf dem Glas.

  • Ein trockenes Tuch in der Innentasche. Ständig landen Tropfen auf dem Objektiv, also wisch vor jedem Bild drüber;
  • Ein wasserdichter Packsack oder eine Plastiktüte fürs Handy. Hält zwischen den Aufnahmen das Schmelzwasser ab;
  • Ein warm gehaltener Ersatzakku. Kälte leert Akkus schnell, also trag den Ersatz nah am Körper;
  • Dünne Handschuhe, mit denen der Touchscreen funktioniert. Nackte Finger werden auf dem Eis schnell taub;
  • Eine Handschlaufe. Ein Handy, das auf einen Eishang fällt, bleibt vielleicht nicht liegen.

Unser Ratgeber zu Kleidung und Stiefeln behandelt die wasserdichten Schichten und Stiefel, die den Rest von dir trocken halten.

Ein Handy wird im Dunkeln hochgehalten, um das Innere der Eishöhle auf einer Tour von Katlatrack zu fotografieren

Ein kurzer Besuch, also plane deine Bilder

Die Zeit drinnen ist nicht lang. Ein Gast von Arctic Adventures zählte 20–30 Minuten rund um die Höhle, und das Angebot von Gravel Travel nennt etwa 30 Minuten in der Höhle. Troll.is und Katlatrack planen einen einstündigen Block für den Weg und die Höhle ein, Sicherheitseinweisung inklusive. Überleg dir vor dem Hineingehen, was du willst, etwa eine Totale des ganzen Raums, ein Porträt deiner Gruppe, einen nahen Blick auf die Aschebänder und ein Bild zurück zum Eingang. Dann steck das Handy weg und schau dich um. Ein Guide von Gravel Travel bittet die Gruppe in der Höhle um ein paar Minuten Stille ohne Handys, und diese ruhigen Minuten verdienen deine Aufmerksamkeit mehr als ein weiteres Bild.

Lass den Guide das Foto machen

Die Guides auf diesen Touren fotografieren ständig für ihre Gäste, und viele Bewertungen loben sie dafür, darunter Syra und Otto. Gib dein Handy mit eingestelltem Weitwinkel ab und tritt ins Licht. Gäste von Katlatrack ergänzen, dass ihr Guide dafür sorgte, dass alle Bilder ohne Fremde im Hintergrund bekamen. Trinkgeld ist in Island nicht üblich, aber ein Guide, der den ganzen Besuch damit verbracht hat, deine Bilder zu komponieren, freut sich darüber. Drohnen sind tabu, denn das Angebot von Katlatrack erlaubt sie nicht, und eine Höhle voller Menschen mit Steigeisen ist kein Ort, um eine fliegen zu lassen.

Bilder auf dem Weg dorthin

Einige der besten Bilder entstehen außerhalb der Höhle. Gäste von Gravel Travel erwähnen Fotostopps auf der Fahrt, Gäste von Troll.is beschreiben einen Halt an einem Aussichtspunkt vor dem Gletscher, und das Angebot verspricht Blicke auf Hafursey. Nimm eine Sonnenbrille für den hellen Schnee mit und spar etwas Akku für die schwarze Asche am Fuß des Eises. Der Vulkan Katla und der Gletscher Mýrdalsjökull erklärt die Landschaft, die du fotografierst.

Wer mehr Zeit auf dem Gletscher möchte, kann sich die verlängerte 4-Stunden-Tour von Troll.is, ab ~259 €, ansehen, die für bis zu 14 Personen eine längere Wanderung mit Gletscherschluchten und versteckten Wasserfällen bietet. Der Haken ist die dünne Bilanz mit bisher sehr wenigen Bewertungen. Aus der Hauptstadt packt der 10-Stunden-Tag von Gravel Travel ab Reykjavík, ab ~238 €, den Seljalandsfoss (bei passendem Wetter mit einem Gang dahinter) und den schwarzen Strand Víkurfjara hinein, der Haken sind aber nur etwa 30 Minuten in der Höhle selbst. Das Licht ändert sich zwischen Winter und Sommer stark, darum geht es in unserem Ratgeber zur besten Reisezeit für die Katla-Eishöhle, und unser Ratgeber dazu, wie anstrengend der Weg ist, hilft dir einzuschätzen, wie viel Ausrüstung du tragen solltest.

Hinter der Linse

Kamerafragen vom Gletscher

Darf ich in der Katla-Eishöhle fotografieren?

Ja. Auf jeder Tour in unserem Vergleich fotografieren die Gäste die Höhle, und oft machen die Guides Bilder für sie. Das Angebot von Katlatrack erlaubt keine Drohnen.

Reicht ein Handy für die Eishöhle?

Für die meisten ja. Nutze das Ultraweitwinkel und den Nachtmodus und halt still, während das Bild entsteht. Eine Kamera mit größerem Sensor liefert sauberere Ergebnisse, ist auf dem Eis aber schwerer zu tragen.

Kann ich ein Stativ mit in die Eishöhle nehmen?

Dafür ist selten Platz. Die Höhle ist oft klein, und du teilst sie mit deiner Gruppe, Freihandaufnahmen mit hoher ISO funktionieren also besser.

Warum sind meine Fotos dunkler als die Bilder im Angebot?

Die Höhle ist dämmrig, und Angebotsfotos entstehen nicht immer in Echtzeit; das Angebot von Gravel Travel sagt das ausdrücklich und fügt hinzu, dass sich Höhlen verändern. Belichte aufs Eis und hell die Schatten hinterher auf.

Wie viel Zeit habe ich für Fotos in der Höhle?

Bei Arctic Adventures laut einem Gast meist 20 bis 30 Minuten, bei Gravel Travel etwa 30 Minuten. Troll.is und Katlatrack planen für Weg und Höhle zusammen etwa eine Stunde ein.